Scheckungen entstehen durch eine genetische Veränderung am Sp-Lokus (Spotting-Lokus). Dieser beeinflusst die Verteilung der Pigmentierung im Fell und führt dazu, dass bestimmte Bereiche unpigmentiert bleiben und dadurch weiß erscheinen.

Je nach genetischer Ausprägung kann der Weißanteil unterschiedlich stark sein und sich an verschiedenen Körperstellen zeigen. Weitere genetische Faktoren können dabei beeinflussen, wie stark die Scheckung ausgeprägt ist.

Scheckungen – eine vielfältige Fellzeichnung

Scheckungen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. 
Je nach Scheckungsform können einzelne kleine weiße Abzeichen entstehen oder große Bereiche des Fells weiß bleiben. Die weißen Bereiche können dabei an unterschiedlichen Körperstellen auftreten und miteinander verbunden sein oder voneinander getrennt bleiben.

Im Folgenden werden die einzelnen Scheckungsvarianten und ihre typischen Merkmale näher vorgestellt.

Punktschecke

Die Punktschecke gehört zu den Scheckungsformen mit einem geringen Weißanteil. 
Typisch sind kleine, voneinander getrennte weiße Abzeichen, 
die vor allem an der Stirn auftreten können. Je nach Ausprägung können sich weitere weiße Bereiche beispielsweise an Nase oder Nacken zeigen. Die einzelnen weißen Abzeichen sind dabei nicht miteinander verbunden.

Kragenschecke

Die Kragenschecke zeichnet sich durch einen weißen Bereich aus, der sich vom Hals über die Brust erstreckt und dadurch wie ein Kragen wirkt. 
Je nach Ausprägung kann die weiße Zeichnung unterschiedlich breit und deutlich ausgeprägt sein. Der übrige Körper bleibt überwiegend in der jeweiligen Grundfarbe erhalten.

Ansatzschecke

Die Ansatzschecke stellt einen Übergang zwischen Kragenschecke und Starkschecke dar. Neben dem weißen Kragen und der typischen Gesichtszeichnung zeigen sich bereits unregelmäßige weiße Haare auf dem Rücken, die sich bis in Richtung Hinterteil ausbreiten können. Der Weißanteil ist dabei deutlich größer als bei einer Kragenschecke, erreicht aber noch nicht die starke Ausprägung einer Starkschecke.

Starkschecke

Die Starkschecke zeigt einen deutlich größeren Weißanteil als die bisher beschriebenen Scheckungsformen. 
Weiße Bereiche können sich großflächig über Rücken, Seiten und Kopf verteilen und miteinander verbunden sein. Dabei bleibt die ursprüngliche Fellfarbe weiterhin in größeren Bereichen sichtbar. 
Je nach Ausprägung kann das Verhältnis zwischen farbigen und weißen Fellbereichen deutlich variieren.

Superschecke

Die Superschecke zeichnet sich durch einen sehr hohen Weißanteil aus. Große Teile des Körpers können vollständig weiß sein, während nur noch kleinere Bereiche der ursprünglichen Fellfarbe sichtbar bleiben. Die farbigen Bereiche können dabei unterschiedlich verteilt und ausgeprägt sein.

Minimalschecke/White Paw/Weißpfote

White Paws zeichnen sich durch einzelne weiße Abzeichen aus, die besonders an den Pfoten auftreten können. Häufig finden sich zusätzlich weiße Bereiche an der Brust, am Kinn oder an der Nase. Die Ausprägung kann dabei sehr unterschiedlich sein, sodass White Paws äußerlich nicht immer eindeutig zu erkennen sind.

Dark Patch

Beim Dark Patch zeigt sich eine Besonderheit in der Verteilung der Pigmentierung. Während das Fell durch die Scheckung an vielen Stellen aufgehellt wird, bleibt bei einem Dark Patch ein abgegrenzter Bereich deutlich dunkler. Dadurch entsteht ein auffälliger Kontrast zwischen dem aufgehellten Fell und dem dunklen „Patch“.

Die dunkle Fläche kann je nach Tier unterschiedlich groß und geformt sein und an verschiedenen Körperstellen auftreten. Dadurch kann das Erscheinungsbild eines Dark Patch sehr unterschiedlich ausfallen.

Scheckungen und ihre Genetik

Die genetischen Grundlagen der Scheckungen sind komplexer, als es das äußere Erscheinungsbild vermuten lässt. Verschiedene Scheckungsfaktoren können unterschiedlich wirken und miteinander kombiniert werden.

Wer sich genauer mit den einzelnen Scheckungsgenen und ihren Kombinationen beschäftigen möchte, findet eine ausführliche Erklärung bei Clan of Wild Dreams – Scheckungsgene.

Schecken können genetisch kleine Überraschungspakete sein: 
Anhand der sichtbaren Zeichnung lässt sich nicht immer sicher erkennen, welche Scheckungsfaktoren oder welche Grundfarbe ein Tier tatsächlich besitzt. Besonders bei stark gescheckten Tieren können große weiße Bereiche die ursprüngliche Fellfarbe weitgehend verdecken. 
Bei Tieren unbekannter Herkunft können deshalb mehr genetische Anlagen vorhanden sein, als das äußere Erscheinungsbild vermuten lässt.

Zucht und mögliche Gesundheitsprobleme

Wenn bestimmte Scheckungsfaktoren miteinander kombiniert werden, können gesundheitliche Probleme entstehen. Deshalb sollte bei der Zucht nicht nur die sichtbare Fellzeichnung eines Tieres betrachtet werden.

White Paws sind selbst nicht gesundheitlich beeinträchtigt. Aufgrund der zugrunde liegenden genetischen Anlage sollten sie jedoch nicht gezielt zur Weiterzucht eingesetzt werden. Werden verschiedene Scheckungsfaktoren miteinander kombiniert, können daraus sehr stark gescheckte Tiere entstehen, bei denen gesundheitliche Probleme auftreten.

Besonders bei Superschecken ist die Problematik deutlich ausgeprägt, denn 
bei ihnen tritt Taubheit sehr häufig auf. Da sich Superschecken nicht immer eindeutig von stark gescheckten Tieren unterscheiden lassen, besteht die Gefahr, dass betroffene Tiere nicht als solche erkannt werden.

Hinzu kommt, dass sich das Hörvermögen einer Rennmaus nicht einfach und zuverlässig überprüfen lässt. Eine vorhandene Taubheit kann deshalb unbemerkt bleiben. Auch White Paws und andere Träger entsprechender Scheckungsfaktoren lassen sich nicht immer allein anhand ihres Aussehens sicher erkennen.

Die gezielte Zucht mit White Paws oder Superschecken sollte daher vermieden werden.

Wann spricht man von Qualzucht?

Von Qualzucht spricht man, wenn durch gezielte Zucht bestimmte Merkmale gefördert werden, die bei den Tieren selbst oder ihren Nachkommen mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden sein können.

Bei Scheckungen ist deshalb nicht die weiße Fellzeichnung an sich das Problem. Entscheidend sind die genetischen Kombinationen, durch die gesundheitlich problematische Ausprägungen entstehen können. Besonders die Zucht auf Scheckungsformen, bei denen gesundheitliche Beeinträchtigungen bewusst in Kauf genommen werden, ist aus tierschutzfachlicher Sicht kritisch zu betrachten.

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